Aug
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Fettnäpfchenführer Kanada: Wenn’s im Land der Weite eng wird
Kanada – das zweitgrößte Land der Erde weckt bei vielen Menschen das Fernweh. Endlose Wälder, schneebedeckte Berge, eiskalte Seen und natürlich Bären an jeder zweiten Ecke. Aber entspricht dies auch der Wahrheit? Und wie ticken eigentlich die Uhren in diesem Teil der Welt?
Die Autorin Sophie von Vogel hat darüber einen etwas anderen Reiseführer geschrieben. Nachdem sie selbst dort studiert und gearbeitet hat, kennt sie sich bestens mit den kleinen Tücken des täglichen Lebens in Kanada aus. Deshalb haben wir es hier auch nicht mit einem Reiseführer im herkömmlichen Sinn zu tun, bei dem der Fokus auf den jeweiligen Sehenswürdigkeiten eines Landes liegt, sondern es geht um die kleinen kulturellen Unterschiede, die eine jede Reise erst richtig zum Abenteuer werden lassen. 
Auf rund 250 Seiten lässt die Autorin ihre Protagonistin Mareike aus Frankfurt in jede erdenkliche unangenehme Situation schlittern und von einem Fettnäpfchen ins nächste treten. Durch die unterhaltsame Geschichte liest sich das Buch flüssig und nicht selten muss man über das forsche Auftreten der Heldin schmunzeln.
Noch mehr Spaß macht es, wenn man einige der Missgeschicke bereits am eigenen Leib erfahren musste. Jedoch liegt hier auch der Knackpunkt der Buches. Von einer Studentin, die sich in ein einjähriges Auslandsabenteuer stürzt, wird erwartet, dass sie sich vorher ein wenig über die Gepflogenheiten des Landes informiert. Manchmal wirkt die Story dadurch konstruiert und unglaubwürdig, könnte sich Mareike doch vielen unangenehmen Situationen entziehen. Fragen kostet nichts!
Ein Plus dagegen ist der Aufbau des Buches mit vielen, kurzen Kapiteln. Diese beginnen immer mit Mareike, wie sie unbekümmert in die nächste Peinlichkeit gerät. Danach wird erläutert, wo genau ihre Fehler lagen und wie sie es hätte besser machen können. Ab und an streut die Autorin graue Boxen ein, die allgemeine Informationen zum aktuellen Thema enthalten.
Insgesamt hinterlässt der Fettnäpfchenführer für Kanada einen durchaus positiven Eindruck. Auch wenn sich Mareike gerne einmal ungeschickt anstellt und teils sogar rüpelhaft verhält, dürfen wir letzten Endes froh sein, dass sie uns den ein oder anderen Fehltritt erspart.








